03.08.2026 | Aktuelles
Neue ILS-Studie: E-Scooter können Bus und Bahn sinnvoll ergänzen
Die öffentliche Debatte über E-Tretroller-Sharing wird häufig kontrovers geführt und ist oftmals von Einzelbeobachtungen geprägt. Gleichzeitig haben Sharing-Anbieter, Kommunen und Nutzende in den vergangenen Jahren vielfältige Erfahrungen im Umgang mit den Systemen gesammelt und deren Rahmenbedingungen weiterentwickelt. Einen Beitrag zur faktenbasierten Einordnung von E-Tretrollern und Sharing-Angeboten liefert nun eine aktuelle Studie des Instituts für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS).
Für die Untersuchung wurden die Mobilitätsmuster von rund 1.600 Personen analysiert sowie 3,6 Millionen Leihfahrten in Düsseldorf ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen: E-Tretroller werden auf dem Arbeitsweg häufig als Ergänzung zu Bus und Bahn genutzt und können insbesondere auf der sogenannten ersten und letzten Meile einen wichtigen Beitrag zu einer multimodalen Mobilität leisten.
Zentrale Erkenntnis: Nutzer*innen von E-Tretrollern sind besonders häufig multimodal unterwegs.
Sie kombinieren verschiedene Verkehrsmittel im Alltag, nutzen überdurchschnittlich oft Bus und Bahn und greifen seltener auf den privaten Pkw zurück. Die Forschenden verweisen darauf, dass E-Tretroller in vielen Fällen nicht in Konkurrenz zum ÖPNV stehen, sondern dessen Nutzung unterstützen. Besonders deutlich wird dies bei der Überbrückung der ersten und letzten Meile. Fast die Hälfte der E-Tretroller-Fahrten wird als Teil einer intermodalen Wegekette genutzt. Die Fahrzeuge schließen damit die Lücke zwischen Haltestelle und Zielort oder erleichtern den Weg zur nächsten Bahn- oder Bushaltestelle. Gerade in städtischen Randlagen können sie die Erreichbarkeit des ÖPNV verbessern und zusätzliche Mobilitätsoptionen schaffen.
Für Kommunen wichtig: Wie können Sharing-Angebote sinnvoll in bestehende Mobilitätssysteme integriert werden?
Die Studie empfiehlt eine stärkere Verknüpfung von E-Tretroller-Diensten mit dem öffentlichen Verkehr, den Ausbau von Mobilitäts- und Sharingstationen sowie perspektivisch auch tarifliche Lösungen, die den Wechsel zwischen verschiedenen Mobilitätsangeboten erleichtern. Die Ergebnisse machen deutlich, dass die Diskussion weniger um die Frage „Fluch oder Segen?“ geführt werden sollte. Entscheidend ist vielmehr, wie E-Tretroller-Sharing in kommunale Mobilitätsstrategien eingebunden wird.
Hintergrund
Die Studie „E-Tretrollerdienste als neuer Mobilitätsbaustein auf dem Weg zur multimodalen Stadt?“ wurde vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert. Unterstützt wurde das Forschungsprojekt unter anderem durch das Zukunftsnetz Mobilität NRW.
Ausblick
Während die Diskussion häufig das Sharing von E-Tretrollern in den Blick nimmt, gewinnt auch die private Nutzung zunehmend an Bedeutung: Aktuell sind rund 1.000.000 private E-Tretroller zugelassen, gegenüber etwa 250.000 Fahrzeugen im Sharing. Wir werden diese Entwicklung noch in diesem Jahr mit einer Fachgruppe sowie einem „Kurzgesagt“-Format aufgreifen. Beide Angebote befinden sich derzeit in Vorbereitung.
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