Klimaschutz

(Wilfried Wende | pixabay)
In einem epochalen Urteil hat das Bundesverfassungsgericht 2021 die aktuelle Klimapolitik für verfassungswidrig erklärt und uns Pflichten zur Schärfung der Klimaziele auferlegt. Abwarten geht nicht mehr. Laut diesem Urteil reicht die aktuelle Klimapolitik nicht aus, um die völkerrechtlich verbindliche 1,5 Grad-Grenze einzuhalten. Kommenden Generationen kann der Staat so keinen ausreichenden Schutz der körperlichen Unversehrheit bieten. Das Urteil besagt, dass Regierungen und die zuständigen Institutionen „zur verhältnismäßigen Verteilung“ von Freiheitschancen jetzt auch Freiheitsrechte einzuschränken haben, um eine sichere Zukunft für alle zu gewährleisten.
Klimaschutz hat jetzt Verfassungsrang und ist justiziabel – ein Meilenstein. Deutschland hat ein begrenztes Treibhausgasemissionsbudget zur Verfügung, um die Grenze zur Einhaltung der Pariser Klimaziele nicht zu überschreiten. Wird dieses Ziel zum Ende des Jahrzehnts überschritten, so das Urteil, drohen harte Sofortmaßnahmen, die zur Einschränkung von Freiheitsrechten führen.
Harte Konsequenzen abmildern
Die Zeichen stehen unmissverständlich auf entschlossenes Handeln. Je länger wir die notwendigen Schritte hinausschieben, desto härter sind die Konsequenzen. Besonders im Mobilitätsbereich ist die Herausforderung riesig: Während die CO2-Emissionen in nahezu allen Sektoren (darunter Energie, Industrie, Landwirtschaft) gesunken sind, blieben sie im deutschen Verkehrssektor in den vergangenen 30 Jahren konstant. Nach 30 Jahren ohne Veränderung sollen die Emissionen im Verkehrssektor nun binnen zehn Jahren um 40 Prozent gesenkt werden – eine Herkules-Aufgabe.
Wir wissen seit Jahrzehnten um die Gefahren der Erderhitzung. Der jüngste Bericht des Weltklimarates verschärft diese Warnungen nochmal eindringlich. Und die theoretischen Prognosen sind auch bei uns schon tragische Realität geworden – das hat nicht zuletzt die jüngste Hochwasserkatastrophe in unserer Region gezeigt. Die Klimakatstrophe ist da. Sie kostet Geld. Sie fordert Menschenleben. Wir brauchen einen konsequenten Klimaschutz – besser heute als morgen – und dafür brauchen wir die Mobilitätswende.
Neuaufteilung im Straßenraum
Für nachhaltige und klimafreundliche Mobilität gilt es insbesondere, die Vorrangstellung des Motorisierten Individualverkehrs (MIV) zu durchbrechen, der den Hauptanteil der schädlichen Treibhausgase im Verkehrssektor ausmacht. Stattdessen sollten wir alle Verkehrsteilnehmer*innen künftig gleichberechtigt nebeneinander betrachten: Autofahrer*innen ebenso wie Fußgänger*innen, Radfahrer*innen, ÖPNV-Nutzer*innen und alle weiteren.
In Ihrer Kommune haben Sie viele unterschiedliche Möglichkeiten, wie Sie sowohl den vorgegebenen Klimaschutzzielen als auch dem Wunsch der Menschen nach zuverlässiger Mobilität gerecht werden können. Ihnen diese Möglichkeiten näherzubringen, sehen wir als eine unserer wichtigsten Aufgaben in unserem Bestreben an, die Mobilitätswende in NRW weiter voran zu treiben.

Wir sind Mitglied im gemeinnützigen und unabhängigen Verein KlimaDiskurs.NRW.
News
05.12.2025 | Aktuelles
Zukunftsnetz Mobilität NRW präsentiert sich auf der 11. Nachhaltigkeitstagung.NRW in Mülheim an der Ruhr.
Unter dem Motto „Zukunft gestalten, Ideen teilen, Verantwortung übernehmen“ kamen am 4. Dezember 2025 zahlreiche engagierte Menschen aus ganz Nordrhein-Westfalen in der Stadthalle Mülheim an der Ruhr zur 11. Nachhaltigkeitstagung.NRW zusammen.
03.12.2025 | Aktuelles
Neu: Evaluationsbericht zu „Mobil.NRW – Modellvorhaben innovativer ÖPNV im ländlichen Raum“
Nordrhein-Westfalen setzt mit dem Landeswettbewerb mobil.nrw auf innovative Mobilitätslösungen: Zwischen 2020 und 2023 erhielten 15 Modellvorhaben wie On-Demand-Verkehr, Linien- und Sharing-Angeboten insgesamt 30 Millionen Euro Förderung. Unser neuer Evaluationsbericht erläutert die Ergebnisse und Übertragbarkeit.
26.11.2025 | Aktuelles
Wettbewerb: Klimaaktive Kommune 2025 - Preisträger
Seit 2009 werden jährlich Preise im Wettbewerb "Klimaaktive Kommune" vergeben. Auch dieses Jahr wurden wieder sechs Bewerber ausgezeichnet.
10.11.2025 | Aktuelles
Resiliente urbane Mobilität: Innovationen für eine krisenfeste und nachhaltige Mobilitätswende
Die 24. Ausgabe des Journal für Mobilität und Verkehr widmet sich dem Thema Resiliente urbane Mobilität. Vier Beiträge beleuchten unterschiedliche Perspektiven und Ansätze.
08.09.2025 | Aktuelles
Woche der Klimaanpassung 2025
Vom 15. bis zum 19. September geht die Woche der Klimaanpassung in die vierte Runde. Kommunen können ihre Veranstaltungen noch melden und Anregungen für eigene Aktionen finden.
Dashboards & Beratung
Klima-Dashbord Deutschland
Datensätze und Grafiken zu Herausforderungen, Auswirkungen und Lösungen der Klimakrise. Nach wissenschaftlichen Standards, frei zugänglich für alle.
Das Zentrum KlimaAnpassung
berät Kommunen zu allen Fragen der Anpassung an den Klimawandel
LANUV | Klimaatlas Nordrhein-Westfalen
umfangreiche Informationen zum Klima und seiner Entwicklung in Nordrhein-Westfalen
Weitere Informationen
oekom verlag | Die Zukunft der Mobilität
SPIEGEL-Podcast | zur Lage des Planeten
Difu | Klimahacks No. 5
Agora | Kimaschutz und Verkehr
Difu | Machbarkeitsstudie: Gemeinschaftsaufgabe kommunaler Klimaschutz (2024)
BMU | mehrklimaschutz
Bundesregierung | Klimaschutz
klimaschutz.de | Kommunalrichtlinie
CCPI | Climate Change Performance Index
Novelle des Klimaschutzgesetzes des Bundestages vom 24. Juni 2021