01.04.2025 | Aktuelles
Studie beleuchtet Experimentierräume und Ansätzen nachhaltiger Verkehrspolitik
Das Leitbild der „Vision Zero“ wird im Verkehrssicherheitsprogramm der Bundesregierung für die Jahre 2021 bis 2030 als klares Ziel verkehrspolitischen Handelns benannt. Nach § 45 der Straßenverkehrsordnung (StVO) haben Kommunen die Möglichkeit „Experimentierräume“ einzurichten, um Fuß- und Radverkehr (zumindest temporär) zu stärken. Viele Städte in Deutschland nutzen diese Möglichkeit und haben bereits Pilotprojekte initiiert oder planen derzeit vergleichbare Vorhaben mit dem Ziel, einerseits die Aufenthalts- und Lebensqualität für die Bevölkerung zu erhöhen und andererseits Menschen, die zu Fuß gehen oder Rad fahren, vor tödlichen und schweren Verkehrsunfällen zu schützen. Auch im Ausland gibt es diverse Beispiele, innovative Konzepte durch Verkehrsversuche zu erproben.
Der Abschlussbericht des Forschungsprojekts „Experimentierräume und Ansätze nachhaltiger Verkehrspolitik zur Verbesserung der Verkehrssicherheit“ bietet einen detaillierten Überblick über bereits erprobte und derzeit laufende Maßnahmen. Ziel der Studie war es, geeignete Beispielstädte zusammenzutragen, um in einem möglichen Folgeprojekt die Verkehrssicherheitswirkung von Maßnahmen im Rahmen von „Experimentierräumen“ und Pilotprojekten eingehend zu analysieren und daraus neue Ansätze zur Verbesserung der Verkehrssicherheit abzuleiten.
Die Studie zeigt, dass sich die Durchführung von Verkehrsversuchen in deutschen Städten zunehmender Beliebtheit erfreut und in den letzten drei Jahren immer mehr Städte jeglicher Größe von dem Instrument Gebrauch machten. Dies bestätigt die Annahme, dass die Novellierung des § 45 StVO im April 2020 die Umsetzung von Verkehrsversuchen erleichterte und die Kommunen die dadurch gewonnenen erweiterten Handlungsspielräume aktiv nutzen.
Die Studie kommt zu folgenden Ergebnissen:
- Die Mehrheit der untersuchten Verkehrsversuche wurde gemäß § 45 StVO dauerhaft umgesetzt.
- Verkehrsversuche tragen dazu bei, Straßenräume nicht nur attraktiver, sondern sicherer zu gestalten, etwa für schwache Verkehrsteilnehmende.
- Verschiedene Maßnahmen können dabei helfen, sowohl die objektive als auch die subjektive Verkehrssicherheit zu erhöhen. Dazu gehören insbesondere Geschwindigkeitsreduktionen, Verkehrsberuhigungen und Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs.
- Das häufigste Ziel der untersuchten Verkehrsversuche ist die Stärkung des Radverkehrs. Die Verbesserung der Verkehrssicherheit steht zwar oft im Blickfeld von Verkehrsversuchen, ist jedoch nicht deren Hauptfokus und wird häufig als Nebenziel der Maßnahmen genannt bzw. betrachtet.
- Die Wirkungen auf die Verkehrssicherheit war in vielen Fällen nicht nachweisbar, da Unfalldaten nicht oder nicht ausreichend erhoben und ausgewertet wurden.
- Möchten Kommunen Verkehrsversuche durchführen, ist es hilfreich, sich an bereits erprobten Maßnahmen zu orientieren. Dabei sollten sie jedoch gleichzeitig eine Flexibilität bewahren, um Anpassungen an die eigenen städtischen Gegebenheiten vornehmen zu können.
- Für die meisten Verkehrsversuche lagen Evaluationen vor, allerdings teilweise ohne Vorher-Nachher-Vergleich und in sehr unterschiedlicher Qualität.
- Auch sind die Versuchszeiträume in der Regel viel zu kurz, um eine umfassende und aussagekräftige Bewertung der Verkehrssicherheit vornehmen zu können.
- Bezüglich der Anordnung bestehen seitens der Kommunen oft Unsicherheiten.
Die Studie betont zudem, dass für den Erfolg von Verkehrsversuchen ein umfassendes Informations- und Beteiligungsmanagement sowie eine effektive Öffentlichkeitsarbeit notwendig sind. Die unterstützende Rolle der politischen Vertreter*innen ist entscheidend, um Projekte reibungslos zu gestalten.
Hier stehen wir Ihnen gerne beratend zur Seite.
Unsere Angebote und Themen
VerkehrsplanungIm Anhang der Studie finden Sie außerdem:
- Städtefactsheets
- Ausgewählte Beispiele für Verkehrsversuche
- Fragebogen zum Thema Verkehrsversuche
- Verkehrsversuche mit Evaluationen der objektiven Verkehrssicherheit
Unsere Angebote und Themen
VerkehrsplanungIm Anhang der Studie finden Sie außerdem:
- Städtefactsheets
- Ausgewählte Beispiele für Verkehrsversuche
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