21.08.2025 | Aktuelles
Feierabendparken: Köln und Bonn testen neue Wege zur Entlastung des öffentlichen Raums
Immer mehr Städte suchen nach kreativen Lösungen, um den Parkdruck in Wohnquartieren zu reduzieren – ohne zusätzliche Flächen zu beanspruchen. Köln und Bonn setzen dabei auf ein innovatives Konzept: das Feierabendparken.
Beim Feierabendparken werden bestehende private Stellplätze – etwa von Supermärkten – außerhalb der regulären Öffnungszeiten für Anwohnende freigegeben. So können diese Flächen abends, nachts und an Wochenenden genutzt werden, ohne dass neue Parkplätze gebaut werden müssen. Das Konzept setzt auf Mehrfachnutzung, Kooperation mit dem Einzelhandel und digitale Buchungssysteme.
Bonn: Pilotprojekt mit Aldi Süd in der Weststadt
In Bonn wurde Anfang August ein erstes Pilotprojekt gestartet. Auf dem Parkplatz der Aldi Süd-Filiale in der Endenicher Straße stehen 35 Stellplätze außerhalb der Geschäftszeiten für Anwohnende zur Verfügung. Die Stadt erhofft sich Erkenntnisse für eine Ausweitung auf weitere Standorte. Oberbürgermeisterin Katja Dörner betont die Bedeutung des Projekts für die Quartiersentwicklung und die Entlastung des öffentlichen Raums.
Die Umsetzung erforderte eine sorgfältige Prüfung nachbarschaftlicher Belange sowie genehmigungsrechtlicher Fragen, insbesondere im Hinblick auf Lärmschutz und bauordnungsrechtliche Vorgaben. Diese sind auf Landes- und Bundesebene geregelt und stellen eine zentrale Hürde für die Ausweitung des Projekts dar. Bonn konnte für die Pilotphase eine Ausnahmeregelung entwickeln – um die Lärmbelastung in lärmsensiblen Zeiten empirisch zu testen, ist auch die Ein- und Ausfahrt nachts und an Sonn- und Feiertagen möglich.
Köln: Modellversuch in Ehrenfeld und Bilderstöckchen
Auch Köln testet seit dem 18. August das Feierabendparken – zunächst an zwei Aldi-Standorten. Die Stellplätze sind werktags zwischen 19 und 8 Uhr nutzbar und über ein digitales System buchbar. Die Stadt setzt auf eine Mehrfachnutzung bestehender Flächen und plant, das Konzept mit weiteren Einzelhändlern auszubauen. Um das Konzept weiterzuentwickeln, lädt die Stadt am 1. September 2025 die größten Lebensmitteleinzelhändler zu einem Runden Tisch ein. Ziel ist es, weitere Partner zu gewinnen und zusätzliche Standorte zu erschließen.
Gemeinsame Ziele – unterschiedliche Wege
Beide Städte zeigen, wie durch Kooperation mit dem Einzelhandel und digitale Lösungen neue Potenziale für die urbane Mobilität erschlossen werden können. Das Feierabendparken ist ein Beispiel dafür, wie bestehende Infrastruktur smarter genutzt werden kann – zum Vorteil der Anwohnenden und der Stadtentwicklung.
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